Leise surren Motoren, konzentrierte Blicke auf Bildschirme: Dienstagnachmittag im Computerraum des Gymnasiums Barntrup. In kleinen Gruppen sitzen die Schülerinnen und Schüler an ihren Computern, schreiben Befehle, testen Programme und beobachten, wie ihre Roboter auf dem Tisch die ersten Bewegungen ausführen. Mal fährt ein Fahrzeug zu weit, mal greift ein Arm daneben – dann wird nachjustiert. Richard Weber aus der neunten Klasse ist seit vier Jahren dabei und gehört damit zu den erfahrensten Teilnehmern der Arbeitsgemeinschaft (AG). Für ihn macht genau das den Reiz aus: „Es macht Spaß, etwas zu bauen und zu sehen, wie es funktioniert.“ Auch Mubashir Jatt aus der achten Klasse schätzt die Roboter-AG als Raum zum Ausprobieren: „Es ist ein sehr gutes Gefühl, wenn man etwas programmiert hat und die Aufgaben endlich funktionieren“, sagt er.
Die Roboter-AG gehört seit Jahren zum festen Angebot der Schule. Sie richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab Klasse 6. Auch Fünftklässler werden bei besonders guten Leistungen eingeladen hineinzuschnuppern. Derzeit arbeiten rund 20 Jugendliche aus den Klassen 5 bis 9 an eigenen Projekten und bereiten sich auf kommende Wettbewerbe vor. Unterstützung erhält die Arbeitsgemeinschaft nun von der LIFT-Stiftung, die die Anschaffung neuer Robotersets ermöglicht hat. Damit kann die AG sechs moderne „LEGO Education SPIKE Prime“-Sets finanzieren und ihre technische Ausstattung deutlich verbessern. „Hier lernen junge Menschen früh, wie wichtig Ausdauer, logisches Denken und Teamarbeit sind. Das sind Fähigkeiten, die ihnen nicht nur im Unterricht helfen, sondern auch später in Ausbildung, Studium und Beruf wertvoll sein können“, sagt Dr. A. Heinrike Heil, Geschäftsführerin der Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe, die die LIFT-Stiftung treuhänderisch verwaltet.
Die neuen Roboter eröffnen den Schülerinnen und Schülern deutlich mehr Möglichkeiten als die bisherigen, über zehn Jahre alten Modelle. Mehrere Motoren und Sensoren können gleichzeitig eingesetzt werden, wodurch komplexere Konstruktionen möglich sind – vom einfachen Fahrzeug bis hin zu beweglichen Roboterarmen. „Ich sage immer: ausprobieren, ausprobieren, ausprobieren. Die Schülerinnen und Schüler lernen hier, Probleme selbst zu lösen, in Teilaufgaben zu zerlegen und systematisch vorzugehen“, erklärt AG-Leiter Andreas Schell. „Sie sehen direkt, ob das, was sie programmiert haben, auch wirklich funktioniert.“
Dass die neue Technik bereits hilft, zeigte sich beim ersten Wettbewerbseinsatz im Januar im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn. Beim Regionalwettbewerb der First Lego League traten zwei Teams des Gymnasiums in einem starken Teilnehmerfeld an und erreichten den sechsten und dreizehnten Platz.
Aktuell befindet sich die Gruppe bereits in der Vorbereitungsphase für die nächste Saison. Im Spätsommer werden die neuen Aufgaben veröffentlicht, bis dahin trainieren die Teams Programmierung, Konstruktion und Zusammenarbeit. Die Voraussetzungen dafür sind nun besser denn je: Mit moderner Technik soll die Roboter-AG auch künftig ein fester Bestandteil der MINT-Bildung am Gymnasium bleiben, das seit 2014 als MINT-freundliche Schule zertifiziert ist.