Hintergrund
Das Archäologische Freilichtmuseum Oerlinghausen wurde 1936 eröffnet – als erstes germanisches Freilichtmuseum der Welt. Gezeigt wurde damals ein vermeintlich authentisches, tatsächlich aber stark ideologisch geprägtes Germanenbild. Besonders deutlich war die Ausrichtung auf Jugendliche.
Heute ergibt sich daraus eine besondere Chance für die Bildungsarbeit. Das Museum hat in den vergangenen Jahren Formate entwickelt, die politische Bildung und Archäologie zusammenführen. So wird Geschichte nicht nur erklärt, sondern anschaulich und kritisch erfahrbar gemacht.
Ziel
Das Projekt macht sichtbar, wie Geschichte politisch gedeutet und instrumentalisiert werden kann. Als außerschulischer Lernort soll das NS-Germanenhaus besonders Jugendliche, aber auch Erwachsene für ideologische Geschichtsbilder sensibilisieren.
Inhalt
Im Mittelpunkt steht der Neubau eines Germanenhauses mit zwei gegenübergestellten Haushälften: Eine Seite zeigt die Inszenierung von 1936, die andere eine Rekonstruktion nach heutigem wissenschaftlichem Stand – ausgehend vom selben archäologischen Befund. Die Gegenüberstellung macht auf einen Blick deutlich, wie stark die nationalsozialistische Ideologie das damalige Bild geprägt hat. Ergänzt wird das Gebäude durch eine Ausstellung und museumspädagogische Angebote.