Wie lassen sich erneuerbare Energiegewinnung, Landwirtschaft und moderne Technik miteinander verbinden? Dieser Frage sind Schülerinnen und Schüler der Realschule Lemgo in einem besonderen MINT-Projekt nachgegangen. Mit Unterstützung der LIFT-Stiftung plante und baute die MINT-AG der Schule eine eigene Agri-Photovoltaikanlage, die jetzt im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung eingeweiht wurde.
Agri-Photovoltaik bezeichnet die gleichzeitige Nutzung einer Fläche für den Anbau von Pflanzen und die Erzeugung von Solarstrom. Damit greift das Projekt ein aktuelles Zukunftsthema auf und macht komplexe technische und ökologische Zusammenhänge für die Jugendlichen unmittelbar erlebbar. Von der Planung über den Aufbau bis zur technischen Umsetzung waren die Schülerinnen und Schüler aktiv beteiligt.
Die Förderung der LIFT-Stiftung ermöglichte die Anschaffung verschiedener technischer Komponenten, die für den Bau und den Betrieb der Anlage benötigt wurden. Die Materialien kommen künftig nicht nur in der MINT-AG zum Einsatz, sondern können auch im Informatikunterricht und in weiteren Fächern genutzt werden. So entstehen langfristig neue Möglichkeiten für praxisorientiertes Lernen, eigene Versuche und weiterführende Forschungsprojekte.
„Das Projekt verbindet gleich mehrere Bereiche, die für die Zukunft junger Menschen eine wichtige Rolle spielen: technisches Verständnis, nachhaltiges Denken und die Fähigkeit, gemeinsam eigene Lösungen zu entwickeln“, erklärt Dr. A. Heinrike Heil, Geschäftsführerin der Stiftung Standortsicherung Kreis Lippe, die die LIFT-Stiftung treuhänderisch verwaltet. „Die Schülerinnen und Schüler lernen hier nicht nur theoretisch, wie erneuerbare Energien funktionieren, sondern setzen ihr Wissen ganz konkret in die Praxis um. Genau solche Lerngelegenheiten möchten wir mit der LIFT-Stiftung unterstützen.“
Eigene Ideen entwickeln und praktisch erproben
Die Einweihung der Agri-PV-Anlage bot zugleich den passenden Rahmen für die Präsentation weiterer technischer Projekte. Schülerinnen und Schüler des WP10-Informatikkurses (Wahlpflichtbereich in der 10. Klasse) stellten ihre Abschlussarbeiten vor, an denen sie über mehrere Monate gearbeitet hatten.
Im Mittelpunkt standen selbst entwickelte Anwendungen und technische Lösungen, bei denen unter anderem Mikrocontroller, Sensoren, Aktoren, Displays, Funkmodule und programmierbare Steuerungskomponenten eingesetzt wurden. Die Bandbreite reichte von automatisierten Mess- und Steuerungssystemen über Anwendungen zur Umweltüberwachung bis hin zu einfachen Smart-Home-Lösungen.
Die Jugendlichen programmierten ihre Systeme, bauten elektronische Schaltungen auf und testeten ihre Entwicklungen unter realen Bedingungen. Dabei konnten sie Kenntnisse aus den Bereichen Informatik, Elektronik, Datenverarbeitung und Projektmanagement miteinander verknüpfen. Bei der Vorstellung ihrer Arbeiten erläuterten sie sowohl die Ziele ihrer Projekte als auch technische Herausforderungen und die gewählten Lösungswege.
Mit der Agri-PV-Anlage hat die Realschule Lemgo einen dauerhaften Lernort geschaffen, an dem sich Zukunftstechnologien anschaulich vermitteln und praktisch erproben lassen. Das Projekt zeigt, wie MINT-Bildung Schülerinnen und Schüler dazu anregen kann, technische Entwicklungen nicht nur zu verstehen, sondern selbst mitzugestalten.